Mittwoch, 14. Mai 2008

Fast schon zu spät

Hi,

es ist fast schon zu spät, den Frühling anzukündigen. Aber so schön sieht er hier in der Nachbarschaft aus:


Koninginnenach reloaded

Hi,

ich wollte noch ein Foto als Beleg vom Tag nach der Koninginnenach darbieten. Sogar in der Centraal Station lag noch Müll. Das ist sonst undenkbar in der sauberen Vorzeigestadt Den Haag!

Freitag, 9. Mai 2008

Waren an der Müritz

Hi,

ich war letztes Wochenende in Rostock und an der Ostsee. Von Berlin sind wir mit dem Bummelzug nach Rostock gefahren. Interessant war die Landschaft der Mecklenburger Seenplatte. Nicht nur die Seen, sondern auch größere Löcher mitten in den Feldern, die z.T. aussahen, wie Einsturzdolinen.
Wir sind dabei auch durch Waren an der Müritz gekommen, Über diesen Ort habe ich letztens eine sehr wichtige Information erhalten: einen aktuellen Radiowerbespruch. Darin wird angeblich für den Ort Waren geworben, in dem man "prima chillen" könne. So modern, so skurril klingt das, wenn man noch nicht einmal den Namen des Ortes kennt.
Durch Zufall hörte ich, dass ein alter Werbespruch für den Ort aus den 1920ern lautete:
Wandern, baden, wasserfahren nur so schön in Waren. Den Zwangsreim finde ich auch nicht besser als ein prima Ort zum chillen. Beim nächsten Besuch werde ich aber trotz doofer Werbesprüche mal aussteigen, denn die Seen sahen schon toll aus!

Dienstag, 6. Mai 2008

African Digital Scholarship & Curation 2009

Hoi,

nur eine kurze Ankündigung einer Veranstaltung in Südafrika zu digitaler Lehre und auch digitaler Langzeitarchivierung: African Digital Scholarship & Curation 2009
Noch steht das Programm nicht, aber wer im Mai 2009 noch Zeit und tolle Ideen hat...

Koninginnenach

Hoi,

direkt vor dem Koninginnedag ist die Koninginnenach, wozu ich noch einen kleinen Beitrag liefern möchte.
Koninginnenach findet in der Nacht vor dem Koninginnedag statt. Sie wird in den Haag mit einer großen Party gefeiert. Es ist eine Art Mischung aus Kirmes und Altstadtfest in großen Stil. Die Veranstalter und die Polizei haben in diesem Jahr von 200.000 Besuchern gesprochen. Sie fanden das ruhiger als sonst :-)
Es gab mehrere Bühnen mit Livemusik und DJs, von Mother`s Finest bis hin zu lokalen prima Jazzbands. Ich habe den Platz vor der Oper noch nie so voll gesehen, den Plein auch noch nicht. Dort bin ich auch nicht durch die Menschenansammlung gekommen, es war zu voll :-) Und es wurde so viel in der Öffentlichkeit gekifft, wie ich es sonst noch nicht in Den Haag gesehen habe. Es erinnerte fast ein wenig an Amsterdam am Wochenende :-)
Schön war, dass die Möglichkeiten zum Urinieren beschränkt waren. Außer ein paar vierfach Pinkelsäulen (siehe Bild zu diesem Beitrag), die Frauen ja auch nicht helfen, gab es zum Teil breite Reihen von Menschen - oder sollte ich genauer sagen: Männern - die in Grachten und sogar in den Hofvijvfer pinkelten. Das sah lustig aus, ist es aber natürlich nicht.

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Nine Inch Nails Album unter CC verfügbar

Hi,

die Band Nine Inch Nails hat ihr neues Album unter einer CC-Lizenz zum Download frei gegeben. Man muss sich nur mit einer Emailadresse registrieren: http://dl.nin.com/theslip/signup
Man kan sich die ganze Platte in unterschiedlichen Formaten - bis hin zu hoher Qualität - herunterladen. Inhaltlich ist es eine typische NIN-Platte, vielleicht ein wenig ruhiger. Für Fans einn Muss und für andere bestimmt mal interessant zum Reinhören. Und wenn es nicht gefällt kann man es ja auch remixen :-)

Koninginnedag

Hoi,

ich muss noch über ein für die Niederlande wichtiges Ereignis berichten, den Koninginnedag (oder auf niederländisch hier). Bei diesem Fest wird jedes Jahr am 30.4. die niederländische Königin gefeiert. Normalerweise ist der Niederländer an sich nicht so extrovertiert, gerade wenn ungewöhnliches Verhalten gezeigt wird; auch wenn sie ja sehr gezellig sind.
Am Koninginnendag aber ist das anders: Hier ziehen sich fast alle (außer die Antiroyalisten!) orange Kleidungsstücke an oder tragen orange Accesoires. Das reicht von orangen Schals, Brillen zu ganz vielen unterschiedlichen orangen Krönchen, Kronen und aufblasbaren Kronengeweihen. Und sie essen bestimmt gesunde orange Kuchen und trinken gesunden orangefarbenen Schnaps.
Man kann es sich vielleicht am besten als großes Volksfest vorstellen, bei dem sehr viele Menschen sind. In Amsterdam soll es so voll sein, dass kaum einer meiner Kollegen dort ist. Eine Kollegin beschrieb es so: stell dir vor es gibt in dem beliebtesten Freizeitpark der Niederlande an einem Tag im Jahr freien Eintritt, es gibt dort umsonst zu Trinken und zu Essen, es ist schönes Wetter und alle haben frei. Das kann ich aber weder bestätigen noch dementieren, denn ich war nicht am Koninginnedag in Amsterdam. Ich habe mich bei dieser Beschreibung aber auch gewundert, woher die Menschen kommen, wenn niemand dort hin fährt. Wahrscheinlich sind es größtenteils Amsterdamer, die dann mal Party machen können. Ist ja sonst nicht viel los dort ;-)

Montag, 28. April 2008

Darum Camping!

Hoi,

ich muss noch etwas zur Aufklärung über die Niederlande beitragen. Dieses mal wieder im Bereich Camping. Viele Deutsche machen ja gern mal einen Witz über die Niederländer, weil sie sehr oft an auch ungewöhnlichen Stellen in ganz Europa mit Wohnwagen auftauchen. Auch die sonstige, wohnwagenlose Campingbereitschaft (inkl.Booten) zieht sich durch weite Kreise - bis in die gehobene Mittelschicht - in den Niederlanden.
Soweit, so eigen könnte man meinen. Nun kommt aber der Teil der Aufklärung: die Niederländer haben, so sie denn im öffentlichen Dienst arbeiten, viel mehr Urlaub, als in Deutschland. Und weil das auch finanziell nicht ohne ist, wenn man z.B. mit zwei Kindern für vier Wochen im Frühjahrs- oder Sommerurlaub ist, campieren sehr viele Niederlnder. Das ist sicher nicht der einzige Grund, aber ein verbreiteter. So und jetzt möchte ich bitte, dass die Deutschen sich immer, wenn sie einen niederländischen Wohwagen auf der Autobahn sehen und einen doofen Spruch auf den Lippen haben laut zu sich selbst sagen: die Niederländer haben über acht Wochen Urlaub! Das möchte ich auch!

Montag, 21. April 2008

Epidemische Niederlande: Biblebelt

Hoi,

dieses mal ein etwas anderes Thema: Impfung und Gesundheitspolitik in den Niederlanden! Ein spannendes Thema, zugegeben. Denn, es kommen gerade wieder virale und bakterielle Erkrankungen im großen Maßstab in den Niederlanden vor. Und das betrifft v.a. den Biblebelt. Der Biblebelt ist ein Streifen, der sich schräg durch die Niederlande zieht. Von Zeeland im Südwesten bis zur Veluwe (meine Güte wird das jetzt Stadt, Land, Fluss-geografisch). Hier wohnen viele streng gläubige bevindelijk gereformeerden Protestanten, die sich aus religiösen Gründen weigern, sich impfen zu lassen. Und deswegen gibt es anscheinend so etwas, wie eine bof/Mumps/Ziegenpeter-Epidemie (nein, mit bof ist keine Birds of a feather session gemeint). Eigentlich müsste man ja fast eine Reisewarnung aussprechen...
Und noch mal jetzt die Frage an die Religionswissenschaftler, Historiker, Kirchenhstoriker, Theologen, Ethnologen und andere Interessierte: was ist eigentlich der religiöse Grund, warum Impfungen von dieser Gemeinschaft abgelehnt werden? Über klärende Kommentare, sehr gerne auch niederländische, würde ich mich freuen!

Freitag, 18. April 2008

Niedliche Kommentare mit engem Bezug zu meinem Blog

Hoi,

über niedliche bis skurrile Einträge zu meinen Blogartikeln habe ich mich ja früher schon mal ausgelassen. Diesmal ist es ein Eintrag zum Artikel "Frikandel!!!"
Es geht um das sehr zum Thema Frikadelle passende Thema Haartransplantation. Aus diesem engen inhaltlichen Bezug ergibt sich auch der Link von "Transplante de Cabelo". Ich habe mir das spaßeshalber angesehen und bin wirklich beeindruckt!
Aus diesem Grund möchte ich auch den Pagerank dieser Seite von 0 auf 0.1 hochtreiben (wenn es das bei Google geben sollte und ich überhaupt dazu beitragen kann). Wegen der anschaulichen Grafik zur Haartransplantation, möchte ich das hier gleich mal zeigen:

In diesem Sinne: let da plants grow!

RegenbogenkindersuchenKönigskinderelend???

Hoi,

mir machen ja Anfragen auf mein Blog ernsthaft Sorgen, die nach "Trennung Maxima Willem-Alexander" suchen. Das sind ja doch sehr erschütternde Dinge, die Menschen interessieren. Wie wenig eigenes Elend diese Menschen wohl haben müssen, um sich an dem anderer Menschen zu ergötzen? Wahrscheinlich sind sie angeheizt durch irgendwelche durchgeknallten Regenbogenpresseschreiber, die auch sonst nicht so genau schauen wer so kokst. (In diesem Zusammenhang fand ich auch die Suche "Gras kaufen Heneglo" sehr schön)
Aber: wie viel erschütternder wäre es, wenn die kleinste heile niederländische Königshauswelt auseinanderbräche? Das würde ich nicht verkraften! Das wären ja britische Verhältnisse :-)
Aber davor gibt es ja noch bestimmt den ein oder anderen Blogeintrag. Heißt der Wunsch jetzt also: gut blog!?

P.S.: natürlich kann ich weder bestätigen oder dementieren, wie es um die Königskinder in Wassenaar bestellt ist, so dicht bin ich denn doch nicht. Da fällt mir doch ein, dass ich noch etwas zu Segregation schreiben wollte...

Sonntag, 6. April 2008

Frikandel!!!

Hoi,

ich habe ja schon öfter mal über die Pommes- und Imbisskultur in den Niederlanden berichtet. Eine schöne kleine Beobachtung habe ich letztens im Bram Ladage, meiner Lieblingsfrittenschmiede in Den Haag, gesehen. Und zwar wurde dort ganz selstverständlich eine Frikadelle (in den Niederlanen eher länglich und wurstförmig) in der Friteuse erhitzt. Das scheint ganz normal zu sein, da es auch keine andere sichtbare Erhitzungsmöglichkeiten (Ofen oder Mikrowelle) im Frontbereich gibt und der Kunde sich sichtlich freute. Ich mag gar nicht daran denken, was Vegetarierer zu dieser Praxis sagen oder wie gar die niederländischen Vegetarier damit umgehen.
In diesem Zusammenhang muss ich übrigens darauf hinweisen, dass für dieses Fleischprodukt anscheinend zwei Wörter gleichberechtigt genutzt werden können: Frikadel und Frikandel. Also Kiffer: es ist gar kein gar soooooo lustiger Verschreiber!
Außerdem möchte ich noch einen Hinweis geben, wie Menschen mit den Konsequenzen dieser Esskultur umgehen. Eine niederländische Wissenschaftlerin hat erklärend zu dem Verhalten ihres Mannes gesagt, als er keinen Zucker in den Espresso haben wollte, dass er bereits das Opfer der niederländischen Esskultur geworden sei :-) Aber diese Form der Kritik gibt es ja auch in Deutschland an den zu großen Bäuchen der Männern ;-) Ach ja: wenn man Zucker in den Espresso haben muss, ist er meiner Ansicht nach meist eh so schlecht, dass man ihn gleich ganz stehen lassen sollte. Außer die letzten Tropfen, die mag ich auch, am liebsten mit braunem Zucker...

Freitag, 4. April 2008

Wörterbuch im EEEPC

Hoi,
ich habe ja gerade eben im Zug einen englischen Text übersetzt. Wie schön, dass es schon ein vorinstalliertes Wörterbuch von Berlitz auf dem EEEPC gibt, möchte man laut und voller Freude ausrufen! Bis man es genutzt hat. Es ist wirklich von der Bedienung, v.a. aber wegen des Inhalts absolut zu verdammen. Da ist ja sogar die schlechte OpenOffice Rechtschreibkorrektur noch um Welten besser! Auch wenn das jetzt ein Apfel-Birnenvergleich sein mag. Aber ich muss noch was loswerden: ich habe mich mittlerweile an die Tastatur des EEEPC gewöhnt, trotz meiner großen Finger ;-)

PREMIS 2.0

Hi,
ich muss noch noch unbedingt loswerden, dass das PREMIS Data Dictionary in Version 2 draußen ist! Wie: lekker belangrijk? Natürlich ist es das Nonplusultra in fortgeschrittenen....
Auf jeden Fall kann man es sich hier anschuen: http://www.loc.gov/premis/v2/premis-2-0.pdf
Und wer jetzt nicht weiß, was PREMIS ist: dann ist es wirklich nicht belangrijk ;-) Oder ich kläre gerne weiter auf, wenn ein Kommentar oder eine Nachricht kommt.

Wieder da!

Hoi,
ich habe nun schon eine ganze Weile nichts mehr hören lassen, da ich im Urlaub war. Leider nicht in der Karibik unter Palmen, sondern über Ostern Eier im Schnee im Norden Deutschlands suchen. Da habe ich mich gerade mal an das schöne Wetter gewöhnt und die ganzen Strandbars haben in Scheveningen geöffnet und dann das: Schnee- und Hagelschauer, sogar in den Niederlanden! Da aber das Wetter etwas ist, über das alle schimpfen können, überlasse ich das lieber Menschen und Blogs, die das besser können als ich :-) Ach ja: der Urlaub war bei Schwiegerelterns. Auch wenn wegen Umzugs mehr Platz war, war er deswegen leider nicht total entspannt. Und ein paar Bilderchen vom schönen Flensburg gibt es dann erst demnächst, wenn ich wieder zu mehr komme :-)

Mittwoch, 19. März 2008

Und die Königin war auch schon beim marrokkanischen Snickersproduzenten!

Hoi,
am Wochenende waren Inken und ich bei einem marokkanischen Bäcker. Der stellt nicht nur Brot her, sondern v.a. auch sehr leckere Süßspeisen.
Normalerweise sind bakker in den Niederlanden, gerade türkische, eher Dönerimbisse mit einer kleinen Alibi-Brotabteilung. Niederländische Bäcker gibt es nicht so oft. Wenn es sie irgendwo gibt, dann sind sie meist schlecht ausgestattet. Brot kauft man hier meines Eindrucks nach auch eher im Supermarkt.
Pappiges oder Ziehharmonikabrot gibt es hier natürlich nicht ;-) (Ich hoffe die niederländischen Leser verzeihen mir diese kulturelle Überheblichkeit, aber ich bin in einer deutschen Bäckerei groß geworden, da fällt die Umgewöhnung doch schwer). Deswegen hole ich meist auch mein Sauerteigbrot(!) auf einem Markt in der Nähe des Parlaments. Die Verkäufer warnen mich kurioserweise meist vor ihren Produkten: "...das ist schon ein deutsches Brot, es ist wirklich sehr schwer, wollen Sie das wirklich...?"
Einzige grandiose Ausnahme sind natürlich die allseits geliebten Hans und Frans!
Den marokkanischen Bäcker hingegen machen seine Süßspeisen sogar berühmt!
Ok, die Gegend rund um den Markt (Herman Costerstraat) ist nicht wirklich die reichste. Ein Bild zeigt das vielleicht; der Müll liegt aber gerade noch von einem Markttag herum:

Selbst die Königin war (als Zeichen der Bemühung um Integration, oder wollte sie gar nur die Süßspeisen loben und günstig abgreifen?) sogar schon hier. Ein Foto von ihrem Besuch steht auf jeden Fall an einem Ehrenplatz im Laden.
Aber was machen sie denn an umwerfenden Leckereien? Ich finde zum Beispiel die "marokkanischen Snickers" von denen ich keine Ahnung habe, wie sie wirklich heißen, super lekker. Oder Marzipan mit Glasnudeln umbacken, voll gesogen mit Zuckerwasser und einem Schuss Rosenwasser. Oder einer Leckerei aus Sesam mit anderen Nüssen, oder...
Bis jetzt konnte ich noch nicht alles durchprobieren, muss aber Monique, die uns diesen Laden gezeigt hat, unendlich danken! Danke Monique!
Ach ja, ein Bild vom Marktaufräumkommando nach dem Bäckereibesuch muss ich noch nachreichen; die haben echt viel zu tun. Stellenweise häufen sich etliche Kubikmeter Müll nach dem Zusammenkehren, -blasen und schieben an. Was mich daran erinnert, dass ich immer mal einen Artikel zur Müllkultur in den Niederlanden schreiben wollte -)

Montag, 17. März 2008

Stadtmarathon

Hoi,

normalerweise wird die Innenstadt ja nur abgesperrt, wenn hoher Besuch zur Königin in den Arbeitspalast kommt. Manchmal auch wenn Herr Balkenende Besuch bekommt, aber das ist dann meist nicht so bedeutsam...
Am letzten Wochenende gab es allerdings einen anderen Grund: einen Stadtmarathon. Es ist zwar ein wenig nervig, wenn man winkelen (shoppen) gehen will, aber prima, wenn man sich das vom Cafe nur anschauen will.
Andererseits habe ich bei diesem Event ja auch meine sportlichen ehemaligen Kollegen aus Gö vermisst. Irgendwie hätten sie hier doch einiges reißen können.

P.S.: Was mir gerade noch mal auffällt: es waren nicht nur Militärs, die den Verkehr geregelt haben, sondern auch Polizisten und Fahrrad- und Automobilclubmitarbeiter.
P.P.S.: das niederländische Pendant zum ADAC, der ANWB, ist ein ehemaliger Fahrradclub. Die Abkürzung steht für Algemeen Nederlandse Wielrijders Bond.

Karaoketaxi

Hoi,

an manchen Tagen widerfahren einem komische Dinge. Das absonderlichste heute: mir ist ein "Karaoketaxi" begegnet! Ich glaube, auch wenn sich mir viele Fragen geradezu aufdrängen, dass ich das einfach wirken lassen muss.
Oder hat doch der Besitzer des chinesischen Restaurants Dim Sum Palace aus der Gedempte Burgwal 24 in Den Haag seine Finger im Spiel? Der ist nämlich ein sehr großer Fan des Karaoke (einfach mal zu späterer Stunde rein gehen, es ist ein unvergessliches Vergnügen, wie schlecht er singt!) und als solcher bestimmt an der Verbreitung des Kulturgutes Karaoke sehr interessiert. Oder ist es gar sein Dienstwagen? Gehört es Athur Weasley, der ja auch eine Vorliebe für ungewöhnliche Fahrzeuge hat? Aber all diese Fragen werden das Mysterium um dieses Fahrzeug wahrscheinlich nicht klären...

Waterreus wieder da

Huhu,

am letzten Wochenende tauchten die Strandbars und Restaurants in Scheveningen wieder auf, fast wie aus dem Nichts! Eines, das einige kopalis noch kennen könnten ist das doch eher teurere Waterreus, direkt am Fuße der Endstation der Tram 11 gelegen:


Auch ich habe lekker in einer orientalisch angehauchten Strandbar in der Sonne geluiert (zu neudeutsch würde man wohl loungen sagen?). Schön finde ich neben dem frischen Minztee auch die tiefen Sessel und die dicken Kissen, die einem den Aufenthalt in der Sonne auch über Stunden erlauben :-)

Die Niederländer finden es ein wenig komisch, dass die Strandbars immer früher aufmachen, denn - wie Mesdag schon festgehalten hat - gibt es dann doch den Einen oder Anderen Sturm. Und dann ist der Sand weg und die Strandbar halb kaputt und dann geht es wieder von Vorne los mit dem Abbau und Wiederaufbau...
Da man den Niederländern ja auch Humor nachsagt, hat mich übrigens der Name dieser Strandbar nicht besonders erstaunt: El Nino.
Dann bin ich mal gespannt, wann sie weggeschwemmt wird...

Donnerstag, 13. März 2008

BSB wird 450 Jahre alt

Hoi,

man bekommt es ja aus der Ferne kaum mit: die BSB mit ihren reichen historischen (auch geraubten) Beständen wurde gerade 450 Jahre alt. Was ja schon eine Zeit ist. Da kann sich der BR ja auch mal eine halbstündige Hofberichterstattung leisten ;-) Was ich ja ganz nett finde, sind die Bemühungen der BSB, sich in Second Life breit zu machen. Auch wenn das vielleicht daneben geht, werde ich es mir mal ansehen. Wenn ich denn den gerade erschienenen LINUX-Client zum Laufen bekomme. Der ist zwar noch beta, aber soll schon stabil laufen. Und beta ist ja auch 2.0!

Dienstag, 11. März 2008

Sitzen und schlafen

Hoi,

was ich gerade ganz besonders spannend an der niederländischen Schlafkulturentwicklung finde, ist das Sitzendschlafen. Mindestens seit dem 17. bis Ende des 19. Jhdts. gab es hier anscheinend die Sitte, im Sitzen zu schlafen! Man erzählte mir, dass man fürchtete im Liegen eher zu sterben. Inwieweit dies zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Historiker wissen in solchen Fällen natürlich mehr :-) Praktisch ging man zum Schlafen in einen Schrank, in den man sich seitlich auf eine kleine Matratze setzte und dann die Schranktür schloss.
Aber nicht nur diese Sitte war sehr platzsparend. Auch gab es ganze Küchen in Schränken. Da kann ich ja echt froh sein: ich dachte schon, mein Einzimmerappartement sei nicht groß ;-) Die einzige Stelle, an der man hier und heute noch eine gewisse Sparsamkeit im Bezug auf bebaute Umwelt trifft, sind Treppen. Sie sind sehr viel steiler und haben kürzere Stufen, als in D. Aber da muss man ja auch nicht drauf schlafen...

P.S.: ich habe doch gerade eben aus Neugierde nach heutigen platzsparenden Schlafgelegenheiten gesucht und bin allen Ernstes auf tiefergelegte Betten gestoßen. Tja, so hat jede Zeit ihre Moden...

Spurensuche KB, zwei

Hoi,

ich hatte nach einem dreiviertel Jahr des Arbeitens an der KB endlich eine Einführung in dieselbige. Da nie eine englischsprachige Führung zustande kam, nahm ich an der niederländischsprachigen teil. Das ist ja kein Problem mehr, auch wenn ich dann nicht ganz so viele doofe und komplizierte Fragen stellen kann ;-)
Einige Fakten zur Geschichte der KB fand ich ganz spannend:
die KB hieß nach der Flucht Willem des V. (wegen Revolution) erst einmal Nationalbibliothek, und wurde aus den Resten der königlichen Bibliothek gegründet. Desweiteren war sie zuerst im Mauritshuis untergebracht. Aufmerksame Leser dieses Blogs werden wissen, was sich heute darin befindet :-)
Erst mit der folgenden französischen Besatzung hieß die KB wieder königliche Bibliothek. Aber unter einem französischem König :-) Das war auch wieder so, bis zur deutschen Besatzung im zweiten Weltkrieg. Dann hieß sie wieder Nationalbibliothek. Nicht nur weil das Wort "National" darin vorkam, sondern auch aus dem Grund weil das Königshaus nicht kollaborieren wollte und sich ins Exil begeben hat. Das fanden die Besatzer wohl nicht unterstützenswert.
Einen Namen mit diesem Hintergrund hat man natürlich gerne wieder abgelegt. Schade dass der Weg zum Namen "Nationalbibliothek" durch die deutsche Besatzungsgeschichte verbaut ist. So wird die KB in den Augen der Niederländer wohl immer die Hofbibliothek sein, obwohl sich Willem-Alexander nicht mehr ganz so viel ausleiht wie früher, als er noch in Leiden Geschichte studiert hat :-)

Montag, 10. März 2008

Adelsgeschichten: Beatrix und ihre Kirche

Hoi!

Sonntags geht die Beatrix ab und an zur Kirche. Und wenn sie das macht, dann geht sie laut lokalen Quellen immer in die historisch bedeutsamste Kirche, von der auch die niederländische Unabhängigkeitsbewegung von bzw. gegen Spanien ausging.


Laut Gerüchten zumindest. Das werde ich oder ein findiger Historiker aber bestimmt noch herausfinden. Da scheint die Königin ein wenig - hüstel - traditionsbewusst zu sein. Aber es muss ja auch nicht jedes Mitglied der niederländischen Königsfamilie zum Katholizismus übertreten...
Auch dieses Gebäude liegt nahe dem Eschermuseum an der Langen Vorhout, der wohl teuersten Ecke Den Haags. Und hier gleich noch mal ein Luftbildchen von der Kirche:

Koffieshop direkt hinter der Grenze

Hoi,

heute mal eine ganz andere Geschichte: und zwar über Koffieshops direkt hinter der Grenze. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass man THC-haltige Drogen in den Niederlanden recht einfach und in guter Qualität bekommen kann. Aus diesem Grund fahren ja auch tausende junge Menschen in die Niederlande. Sei es für den Nachmittag zum Einkaufen, über das Wochenende oder für eine skurrile Achterbahnfahrt auf dem Campingplatz am Meer neben der Frittenbude (Frikandel, Mö!).
Das ist im Großen und Ganzen auch der Grund, warum Amsterdam so penetrant nach Gras riecht. Auch wenn dies eine touristische Einnahmequelle für einige Betriebe der Region ist, stößt diese Art des Tourismus bei vielen Niederländern nicht auf Gegenliebe. Man kann soweit gehen und behaupten, dass kiffen ein beäugtes Unterschichtsphänomen sei (Segregation!). Umso mehr stören sich viele Niederländer in der Grenzregion zu Deutschland auch und gerade an diesen ausländischen Gästen und möchte sie aus den Innenstädten heraus halten. Lokalpolitiker haben auch schon gefordert, Koffieshops (so werden hier die Läden genannt, in denen man Marijuhana und Haschich kaufen kann) direkt an die Grenze zu bauen, so dass man die ungebetenen Gäste (gab es nicht mal eine superschlechte Punkcoverband gleichen Namens?) nicht abbekommt.
Das ist für die Konsumenten dieser Drogen aufgrund von immer noch sehr strikten Grenzkontrollen (auch und gerade in der Bahn; mit stetiger Unterstützung der Bahnangestellten, welch Skandal! Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich für die strikte Trennung von Bahn, Kirche und Polizei bin, Sascha?) ein nur minder großes Vergnügen, da der Konsum wegfällt, falls man erwischt wird und funktioniert deswegen wahrscheinlich nur eingeschränkt.
Umso mehr war ich erstaunt, als ich im Bahnhof Hengelo ein Schild mit der Aufschrift:


sah. Es handelte sich allerdings um ein Cafe, das nur koffein- und alkoholhaltige Drogen verkaufte. Es herrschte außerdem ein Rauchverbot, was ich ja ganz schön finde. Für THC-Konsumenten aber einen performanten Widerspruch darstellt, tippe ich. Der Kaffee war ganz ok, die Croisants sehr lekker :-)
Übrig bliebt bei mir allerdings die Frage, wie man diese von anderen Koffieshops unterscheidet? Tja, nicht einfach zu sagen. Meist werden bescheuerte Namen mit zwielichtigen Gestalten und Hanfblattstilisierungen den Weg weisen. Andererseits bekam ich vor einigen Jahren in einem sehr netten loungigem Amsterdamer Cafe auch schon bei Nachfrage nach Brownies den Hinweis, dass es sich um Spacecakes handele. Es bleibt wohl nur der Weg sich ins Leben zu stürzen und die Cafes auszuprobieren. Wie immer man mag.

Donnerstag, 6. März 2008

EEEPC

Hi,

der erste Post mit der Minitastatur meines neuen EEEPC kommt gerade hier an! Man muss sich schon sehr die Finger verbiegen, aber es ist trotzdem ein tolles Spielzeug! Wenn man nicht gerade Buchstaben oder Zeichen am linken Rand und mit Shift haben möchte...
Und kaputtkonfiguriert habe ich das gute Stück auch schon das erste mal, so dass eine "F9-Installation" (diejenigen, die einen EEEPC aktiv nutzen wissen was gemeint ist) machen musste :-)

Mittwoch, 5. März 2008

Von den Dünen auf den Strand...

kann man in ca. zwei Jahren in den Niederlanden nicht mehr gehen. Es ist gerade eine große Aufschüttung der Dünen gegen Sturmfluten in der Planung, die bis zu 20m hoch werden soll.
Nun können meine begrenzten Niederländischkenntnisse, eine Änderung der politischen Lage oder des Weltklimas noch Änderungen hervorbringen. Aber: ich werde die heutige Dünenlandschaft jetzt noch genießen. Solange es sie noch gibt und bevor man aus der Höhe des 6. Stockwerkes auf den Strand fällt...

Das verlinkte Schaubild von einer Webseite über den Prinzenpalast verdeutlicht, warum das gemacht werden muss. Die neuen Dünen sind definitiv nicht für eine Sturmflut in 20 Jahren "ausgelegt". Und dann hätte auch ein Prinz nichts zu lachen, der in dem Gebiet mit dem angedeuteten roten Kasten wohnt. Aber soweit kommt es ja bestimmt nicht in dem Land der Deiche und Polder...

Samstag, 1. März 2008

Faltwohnwagen

Hoi,

mal wieder etwas zu niederländischem Kulturgut ersten Ranges: mobilen Wohnbehausungen. Da ich ja kein Experte auf diesem Gebiet bin, lasse ich mich immer wieder von dem Einfallsreichtum und der Artenvielfalt in den Niederlanden überraschen.
Ein sehr schönes Exemplar aus der Gattung "Faltwohnwagen" kann man hier bewundern. Schön auch der Aufdruck "alpen - kreuzer". (Wenn man diese Adresse mit einem deutschen Browser aufruft wird man anscheinend leider auf einen deutschen Vertrieb weiter geleitet.)
Das erinnert an schöne Alpentouren, bei denen man entweder im Auto oder auf dem Motorrad an den schönsten und steilsten Alpenpässen hinter Karawanen von Wohnmobilen und Wohwagen hing ;-)
Wenn ich jetzt noch eine Arteneinteilung vornähme würde ich wahrscheinlich in zweihundert Jahren als Linné der Wohnwagenwelt gefeiert. Aber mit soviel Textwüste will ich hier ja nicht langweilen :-)